Das Schauspielhaus an der Ostraallee 2 weist heute noch die in der Erbauungszeit von Hof und Stadt gewünschte Repräsentanz auf. Diese ist orientiert am Dresdner Barock und erfüllt gleichermaßen die Anforderungen an zeitgenössische Eleganz. Der 1911/13 auf beschränktem Grund und Boden gegenüber dem Kronentor des Dresdner Zwingers errichtete Bau hatte eine interessante Theatermaschinerie von Adolf Linnebach. Nachdem das Schauspielhaus 1945 ausbrannte errichtete man ein neues Gebäude als Mehrspartentheater. Der Außenbau sowie die Foyers und Treppenhäuser wurden dabei weitestgehend wiederhergestellt, doch der Zuschauerraum erfuhr einige Veränderungen. Er wurde erhöht und trichterförmig auf die Bühne ausgerichtet. 1993-95 rekonstruierte man den Zuschauerraum auf Grund der erneuten Nutzung als Schauspielhaus nach Plänen von Wolfgang Hänsch im Sinne des Zustandes von 1913. Das Gebäude ist ein Putzbau mit Sandsteingliederungen über einem asymmetrischen Grundriss. Seine Dachlandschaft ist sehr bewegt. Der sargartige Bühnenturm, welcher hinter dem Zuschauerraum hoch aufragt stört ein wenig die Silhouette des Kronentores vom Dresdner Zwinger.
Über dem Mittelrisalit zur Ostraallee hin befinden sich Wappen mit lagernden Gestalten von Georg Wrba. Die Knabenfiguren auf der Balustrade des viertelkreisförmigen seitlichen Anbaues stellen Attribute der Schauspielkunst dar und stammen von Oskar Döll. Die Rückseite des Bauwerkes hat einen segmentbogen-förmigen Abschluss. Der Eingang befindet sich an der Ostraalle. Einem Laubengang schließt sich im Erdgeschoss ein langgestrecktes Vestibül an. Darüber befindet sich das rechteckige Foyer und seitlich die Treppenhäuser. Zum Postplatz hin gibt es ein Restaurant und andere Nebenräume. Die Vorräume und seitlichen Treppenhäuser sind von vornehmer Eleganz. Die Treppengeländer der Festtreppenhäuser bestehen aus vergoldetem Bronzeguss nach Modellen von Karl Gross. Die Stuckdekoration im Zuschauerraum stammt von Rudolf Born und zeigt ein etwas ungewöhnliches Zusammenspiel von Jugendstil, Neuklassizismus und Frühbarock. Die Ausmalung nahm damals Paul Perks vor. Die Stuckdekoration und Polychromie wurden 1994/95 restauriert. ...weniger
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