Ausstellung:
PAMELA ROSENKRANZ
UNTOUCHED BY MAN
bis 20. Februar 2011
Ein Werbeslogan der Wassermarke Fiji Water liefert den Titel für die Ausstellung der Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz (*1979, lebt in Zürich). Das Mineralwasser mehr...
Ausstellung:
PAMELA ROSENKRANZ
UNTOUCHED BY MAN
bis 20. Februar 2011
Ein Werbeslogan der Wassermarke Fiji Water liefert den Titel für die Ausstellung der Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz (*1979, lebt in Zürich). Das Mineralwasser wird auf den Fiji Inseln in einem Produktionsverfahren abgefüllt, das den Kontakt mit der Atmosphäre verhindert. Solange bis die Flasche geöffnet wird, bleibt das reine, aus der Erde entsprungene Wasser "Untouched by Man". Obwohl die Produktion der Wasserflaschen – der erhebliche Aufwand die Reinheit des Wassers zu konservieren – nicht mit der zeitgenössischen Ökologie kompatibel ist, verkauft sich das Produkt, das Ursprünglichkeit und Vitalität zugleich symbolisiert und dadurch zum Lifestyle-Attribut einer individualistischen Kultur wird. In der Wassermarke Fiji Water vereinigen sich somit zwei entgegengesetzte Momente: Der Domestizierung von Natürlichkeit in der kapitalistischen Ökonomie und der Entzauberung durch die Wissenschaften.
Emblematisch für diese Kluft stellt Pamela Rosenkranz Mineralwasserflaschen scheinbar beiläufig in die Räume der Remise. Irritierend und abschreckend zugleich sind sie mit einer rosa oder beige-bräunlichen Flüssigkeit gefüllt, welche den Facetten der menschlichen Hautfarbe gleicht. Firm Being nennt Rosenkranz ihre Objekte und lässt sie eine Sinnverschiebung erfahren. Das Image und die Slogans, die Firmen mittels geschickter Marketingstrategien ihren Produkten auferlegen, werden so sinnentleert.
Raumgreifend sind voluminöse Abgüsse von Kristallen in den großen Raum der Remise gestellt. Sie entsprechen der Form eines gebrochenen Heilsteines. Gleichzeitig sind Abgüsse eines Schluckes, sogenannte Mouthfeels verteilt und sprechen in Klarheit und Anordnung vom Wunsch innerer Reinheit durch die Einnahme von Mineralien. Gleichsam thematisieren sie die Ambivalenz des menschlichen Bestrebens, das gestörte Verhältnis von Mensch und Natur wieder beheben zu können.
Pamela Rosenkranz gehört zu den interessantesten Vertreterinnen einer jungen konzeptuell arbeitenden Künstlerszene. Nach Beteiligungen an bedeutenden Ausstellungen wie der 5. Berlin Biennale oder der Manifesta 7 und Einzelausstellung in der Kunsthalle Genf oder im Swiss Institute Venedig, werden ihre Arbeiten nun erstmals als institutionelle Soloshow in Deutschland präsentiert. Zur Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Art Contemporain, Genf, und dem Swiss Institute, New York, ein umfangreicher zweisprachiger Katalog erscheinen. ...weniger