Nach dem Dokumentarfilm „Pianomania“ atmet der Ton für Jedermann. Ein dreiundneunzig minütiges Minenfeld an liebevoller Situationskomik bietet sich hier dem Betrachter, welcher gebannt auf jede der vermeintlichen Minuten Acht gibt, um ja keine der vergehenden Momente in ihrer Humoristik zu verpassen.
Die Protagonisten spiegeln in Exzentrik getränkten Gestalten, die unbewusst ihren Globus uns Zuschauern offenbaren. Einige der weltberühmtesten Musiker, die die heutige Kulturszene birgt, reihen sich nebeneinander: Lang Lang, Alfred Brendel, Pierre-Laurent Aimard sowie viele weitere, erklärten sich bereit zu den Aufnahmen und machten sie damit einzigartig.
Eindrücklich wird der Weg des heimlichen Hauptakteurs Stefan Knüpfer, Klavierstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons bestritten, der immer wieder die Wünsche der Pianisten erfüllt. Wir begleiten ihn von Probe zu Probe, zur Aufnahme, zurück zur Probe und so weiter. Schnell begreift man, dass er im Gegensatz zum gemeinen Laien ein fantastisch ausgeprägtes Hörvermögen impliziert und dabei keinesfalls die Brücke in die Eitelkeit schlägt oder gar in die Extravaganz. Viel mehr ist es die minuziöse Arbeitsweise mit der er voranschreitet und mit einem gelassenen gar geduldigen Gemüt verknüpft. Alleine Herrn Knüpfers Phrasen und Gestiken würden genügen um einen kompletten Spielfilm zu füllen.
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Die Kamera greift überwiegend nahe Bilder, die an einigen Stellen fast schon gestellt wirken, aber keinesfalls der Stimmung einen Abbruch verleihen. Durch die geringe Anzahl an Charaktere und jedem einzeln Naturel, welches sich der Genauigkeit verschrieben hat, erscheint die Kamera in einem ähnlichen Arbeitsmodus. Ein brillanter Dokumentarfilm ist ab dem 09.September in unseren Kinos zu bestaunen.
Kinostart: 09.September 2010
Ausstrahlungsorte: Kino- Kulturbrauerei
Babylon Theater
Kino Delphi
Kino Broadway
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