Berlin Biennale für..

Berlin Biennale für zeitgenössiche Kunst vom 11.06.- 08.08.2010.

Petrit Halilag erzählt seiner Geschichte durch Objekte. von Sonja Laaser (23.07.2010)
Titelbild

Petrit Halilaj, wohl einer der jüngsten Künstler der diesjährigen Biennale, floh als Kind vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland.

In Prishtina baut er zurzeit sein im Krieg zerstörtes Elternhaus wieder auf. In dem großen Ausstellungsraum der Kunstwerke ist eine Holzkonstruktion dieses Gebäudes zu sehen. Jedoch in einem größeren Maßstab als das Elternhaus in Realität. Als Stilmittel soll es dem Betrachter vermitteln, wie Petrit Halilaj sein Elternhaus während seiner Kindheit wahrgenommen hatte: aus einer kindlichen Perspektive größer als es wirklich war. Die Holzkonstruktion geht über die Decke des Gebäudes hinaus: sie endet an der Decke und wird dann auf dem Dach fortgeführt.
Aus dem Fenster heraus sieht man, wie die Balken auf dem Dach des Hauses über die Decken des Hauses der Kunstwerke ragen.
Der obere Teil des ursprünglichen Hauses in Prishtina ist noch nicht vollendet und soll nach der Biennale aus den Holzbalken der oberen Konstruktion des Kunstwerks fortgeführt und beendet werden.
 
Petrit Halilaj will mit seiner Arbeit die Distanz zwischen Kunst und Realität aufbrechen. So findet eine ganz persönliche Aneignung von Wirklichkeit statt.

An diesem Werk lässt sich beispielhaft die Frage aufwerfen, wo die Grenzen zwischen Kunst und Realität verläuft. Eines steht jedoch fest. Petrit Halilaj öffnet seine persönliche Geschichte, gekennzeichnet durch Krieg, Vertreibung und seiner Auseinandersetzung mit seiner Kindheit, für den Zuschauer. Als Transportmittel wählte er nicht das Wort, sondern Gegenstände, welche Teil seiner Vergangenheit waren.

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