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Oft Ungesehen - über das Unerhört! Musikfilmfestival Berlin

Titelbild

In 2007 fand das Filmfest Unerhört! zum ersten Mal in Hamburg statt, und hatte somit dort seinen festen Sitz. Doch auch hier in Berlin hat sich eine Gruppe von Menschen zusammen gefunden um ihre Faszination für den Film und ihre Liebe zur Musik zu kombinieren, um Boot und Berlin in Bewegung zu setzen, und um den Menschen hier den Musikfilm zu präsentieren. In diesem Jahr findet die Berliner Ausgabe des Unerhört! Filmfestivals im Rahmen des BerlinMusikWeek statt. Das Filmprogramm wird auf diese Weise durch Konzerte und andere Events erweitert. Die unterschiedlichen Veranstaltungen der BerlinMusikWeek, bieten ein Puzzle von Event, indem das Unerhört! Musikfilmfestival durch Vielseitigkeit, Kreativität und Engagement gekennzeichnet ist. Das parallele Filmprogramm findet man bei der Jazzkomm, ClubSpreeBerlin und dem Camp des all 2gethernow Kongress. Zusätzlich zum Programmkino Eiszeit dienen nun auch eher ungewöhnlichere Orte als Spielwiese für die Filme: wie zum Beispiel das Bootshaus im Kiki Blofeld, wo die Eröffnungsveranstaltung stattfinden wird.


Das Filmfestival zeigte in den letzen Jahren hauptsächlich Dokumentarfilme, doch fanden sich auch Beiträge aus dem indischem Filmuniversum („Disco Dancer” aus 1983) und der Sci-Fi Film von Daft Punk „Electroma“. Dazu kommen ein Beitrag über ein schwules Paar, das (auch) die gemeinsame Liebe zu deutschem Schlager verbindet und filmische Einblicke in die Metalszenen der Welt und in diesem Jahr ein Beitrag über die Fangemeinde von Morrisey und den Smiths in der Latinoszene in LA ("Passions Just Like Mine" 10.9. im Eiszeit Kino. Wichtig dabei ist, dass das Unerhört! Musikfilmfestival sich keiner Musikrichtung verschließt, und dass der Musikfilm oftmals zu einer unerwarteten Lernerfahrung werden kann. Darüber hinaus soll eine Plattform geschaffen werden auf der Filme, mit Musik als Hauptkomponente geteilt und gepuscht werden können. Der Musikfilm als Genre scheint ein ungesehener Gast in dem regulären Kinoprogramm und das ist wirklich Unerhört!

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Der Musikfilm ist eine Möglichkeit Musik als gesellschaftliches Phänomen zu thematisieren und zu debattieren und die kulturellen und politischen Verflechtungen darzustellen. Ein Dokumentarfilm der Veranstaltung von Filmemacher Michael Schehl, zeigt z.B. die positiven Effekte der Globalisierung. Filmmitschnitte der Konzertreihe „Black Atlantic“, organisiert von Jazzrockgitarrist Jean-Jacques Bourelly und Soziologe Paul Gilroy, die 2004 im Haus der Kulturen der Welt statt fand, wurden anschließend zu dem Musikfilm „Congo Square“ verarbeitet: Hier wird sichtbar wie die Black Diaspora aus drei Kontinenten und deren Musikszenen sich vereinen und einen Dialog schaffen. Hierbei entstehen, trotz der Erinnerung an vergangen Zeiten des Sklavenhandels, Synergien zwischen den lokalen Musikrichtungen und dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch.


Ein ganz anderes, aber nicht weniger wichtiges, Filmprojekt, das in diesem Jahr vorgestellt wird wurde von dem Regisseur Oliver Schwabe entworfen. Die „Disco Love Machine – im Beat liegt die Sehnsucht” ist eine thematische Kompilation, die sich durch zusammengeschnittenes Archivmaterial in einem Diskodreieck entfaltet: Hier wird nicht nur ein Zugang zu dem Musikstil Disko gefunden, sondern hier wird auch Disko auch als sozialer Ort aufgesucht und durch die Neuinterpretationen des Diskostils von Ex - „Kolossale Jugend“ - Sänger Kristof Schreuf, in einem Unplugged- oder Solostil, also ohne Rhythmus -und Percussionhysterie- bespielt. Somit geht dieser Film über banale Darstellung der Diskoära hinaus und kombiniert drei Elemente und Perspektiven dieses Genres. Mit derartigen Projekten und dem Maß an Kreativität wird der Musikfilm bestimmt nicht lange Un-ge-hört bleiben.

Unerhört! Musikfilmfestival

Programm während der BerlinMusicWeek 06.–12.09.2010

ClubSpreeBerlin


Eröffnungsveranstaltung:
6. September 17:00 Uhr, Kiki Blofeld, ClubSpreeBerlin Opening, "Band On Boats"


           
Titelbild: Jessica Geulen


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